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   KfW-Studienkredit

KfW-Studienkredit - Die wichtigsten Informationen auf einen Blick
Zuständige Institution Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Umfang der Finanzierung 100 bis 650 Euro pro Monat (wählbar nach Wunsch des Studenten)
Der maximale Höchstbetrag ist auf 54.600 Euro begrenzt
Dauer der Finanzierung Finanzierung für die gesamte jeweilige Dauer des Studiengangs
Höchstförderdauer ist jedoch auf max. 14 Semester beschränkt
Zinssatz für das Darlehen Variable Verzinsung, aktuell 3,06% nominal (3,11% effektiv)
Unabhängig der Zinsentwicklung am Markt ist der Zinssatz bei 8.62% effektiv gedeckelt
Studenten können nach dem Studium zur Tilgung das Darlehen auf einen Festzinssatz umstellen
Tilgung nach Ende der Darlehensauszahlung Beginn der Tilgung nach einer Karenzphase von 6 bis 23 Monaten nach der letzten Auszahlung
Rückzahlung hängt von der ausgewählten Tilgungsdauer ab, Sondertilgungen sind jederzeit möglich
Die Standardtilgungsdauer beträgt 10 Jahre, kann aber auf 25 Jahre ausgeweitet oder aber verkürzt werden
Die wichtigsten Vergabekriterien Der Student ist in einem Vollzeitstudium an einer FH oder einer Universität immatrikuliert (Kein BA-Studium!)
Der Student ist zwischen 18 und 44 Jahre alt
Es liegen beim Studenten keine Privatinsolvenz oder ein außergerichtlicher Schuldenbereinigungsplan vor
Antragsformulare und hilfreiche Adressen und Artikel Antragsformulare für den KfW-Studienkredit auf dem Server der KfW
Übersicht zum Studienkredit auf der Webseite der KfW
Kurzevaluation der Finanzierung
Praktisch jeder FH- oder Uni-Student kann das Programm der KfW in Anspruch nehmen (Ausnahmen siehe unten)
Keine Bonitätsprüfung, keine Stellung von Sicherheiten notwendig
Subventionierter, sehr preiswerter Zinssatz mit Festzinsoption in der Tilgungsphase
Sehr flexible Rückzahlungsbedingungen mit jederzeitigem Sondertilgungsrecht
Zinsen werden laufend monatlich verrechnet, um auflaufende Zinseszinseffekte auszuschließen
Eine Vollfinanzierung des gesamten Studiums ist nicht ratsam aufgrund der drohenden Verschuldungshöhe
Der Abschluss des Darlehens kostet 238 Euro Vertriebsgebühr, die dem Darlehenskonto zugeschlagen werden

Der Abschnitt über den KFW Studienkredit, einem Angebot der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), ist vielleicht der wichtigste Abschnitt von in unserem Finanzierungsguide. Wenn alle Stricke reißen, d.h. es besteht kein Anspruch auf BAföG, die Stipendienbewerbung klappt nicht und auch sonst geht alles daneben, dann ist das KfW Studienkredit in nahezu jedem Fall die Garantie, dass jeder der Studium absolvieren möchte, dies auch tun kann.

Die KfW fördert alle FH- und Universitätsstudiengänge in Deutschland (kein Studium an einer Berufsakademie) mit einem sehr zinsgünstigem Darlehen zwischen 100 und 650 Euro im Monat, wobei der Auszahlungsbetrag nach dem Wunsch des Studenten festgelegt wird. Um eine auflaufende Verschuldung durch Zinseszinseffekte zu vermeiden, werden die fälligen Zinsen für das Darlehen auf Monatsbasis direkt mit den Auszahlungen verrechnet, was angesichts des niedrigen, subventionierten Zinssatzes nur eine Einbuße von ein paar Euro am Anfang bedeutet und erst nach einigen Jahren in Bereiche von 20 bis 30 Euro im Monat vordringt. Zu beachten ist als einziger Pferdefuß, dass die KfW für den Abschluss des Vertrages 238,00 Euro Vertriebsprovision in Rechnung stellt, die dem Darlehenskonto belastet werden und daher nicht aus dem laufenden Einkommen oder dem eigenen Vermögen beglichen werden müssen. Der Betrag dient als Aufwandsentschädigung für den Vertriebspartner, meist eine Sparkasse oder das Studentenwerk, die den Antrag in Vertretung für die KfW annimmt und bearbeitet (mehr dazu weiter unten).

Der KfW-Studienkredit wird beinahe bedingungslos auf Antrag des Studenten vergeben, die Ablehnungsgründe sind sehr überschaubar. Grundsätzlich kann jeder Student ab Beginn seines Studiums für die gesamte Ausbildungsphase (inkl. Auslandssemester, wenn er in Deutschland immatrikuliert bleibt) den Studienkredit nutzen. Es erfolgt zudem keine Bonitätsprüfung, keine Abfrage der SCHUFA und der Student muss keine Sicherheiten hinterlegen. Ausgeschlossenen von der Darlehensvergabe ist nur ein kleiner Kreis:

Personen die jünger als 18 Jahre oder älter als 44 Jahre sind
Jeder, der eine eidesstattliche Versicherung gemäß §807 der Zivilprozessordnung abgegeben musste (oder eine solche Abgabe derzeit in einem Verfahren erzwungen wird) sowie Personen über deren Vermögen die Privatinsolvenz eröffnet wurde oder ein außergerichtliches Schuldenbereinungsverfahren anhängig ist
Personen, die ab dem 7.Semester keine Leistungsnachweise aus dem Studium einreichen können
Personen, die Ergänzungs-, Aufbau- oder Zusatzstudium anstreben, jedoch nicht in der Lage sind, einen ordnungsgemäßen Nachweis ihres ersten akademischen Abschlusses einzureichen

Es ist also direkt ersichtlich, dass geschätzte 99,99% aller Studenten in Deutschland ohne jede Vorbehalte den Kredit sofort beantragen können und auch anschließend bewilligt bekommen. Im Übrigen ist die Antragsstellung bei der KfW auch deswegen extrem einfach, da anders als beim BAföG keine Einkommens- und Vermögensprüfungen erfolgen. Solange der Student nicht gegen die o.g. Regeln verstößt und ordnungsgemäß immatrikuliert ist, ist für die KfW alles andere egal. Salopp gesagt, wer einen Kredit haben will, bekommt ihn auch ohne wenn und aber. Weiterhin handelt es sich bei der Kreditauszahlung um kein Einkommen und damit ist der KfW-Kredit auch beliebig mit Stipendien, dem Kindergeld, BAföG und allen anderen Einkommensquellen kombinierbar.

Da sich die maximale Kredithöhe pro Monat auf 650 Euro beläuft und sich somit grob am BAföG-Höchstfördersatz orientiert, ist sichergestellt, dass nicht oder nur teilweise BAföG-berechtige Studenten ihr Hochschulstudium ohne größere Finanzierungsorgen absolvieren können. Einige angehende Studenten mag der Gedanke an das Wort „Darlehen“ oder „Kredit“ schütteln, allerdings sei darauf hingewiesen, dass auch das BaföG zu 50% seiner Auszahlungssumme ein Darlehen ist. Wer ein 36-Monate laufendes Bachelorstudium mit BAföG vollfinanziert, erreicht eine Schuldensumme von 10.000 Euro (670 Euro * 50% * 36 = 12.060 Euro, wird gekappt auf das Maximum von 10.000 Euro) während er mit einer KfW-Vollfinanzierung bei 36 * 650 Euro = 23.400 Euro landet. Das ist selbstverständlich mehr, aber die reale Zusatzverschuldung gegenüber der BAföG-Option liegt bei 13.400 Euro und eben nicht bei 23.400 Euro, was ein erheblicher Unterschied ist. Spätestens jetzt sollte sich jeder betroffene Student fragen, ob er wegen einem zusätzlichen Darlehen über 13.400 Euro ein auf Lebenszeit voraussichtlich höheres und sichereres Einkommen als Akademiker sausen lassen will. Im Einzelfall sehen die Zahlen selbstverständlich anders aus und wir wissen, dass Vergleich etwas hinkt, da das KfW-Darlehen im Gegensatz zum BAföG verzinslich ist, aber dennoch, die Größen und die Relationen zeigen, wohin die Reise geht und machen klar, dass viele angehende Studenten bei der Erwägung ihrer Finanzierungsoptionen schnell anfangen, irrational zu handeln.

Diese Irrationalität wurde in den vergangenen Jahren zudem von der Presse noch weiter geschürt, indem seriöse Zeitschriften wie der Spiegel oder die Süddeutsche Zeitung eine Reihe von Horrorgeschichten über verschuldete Studienabbrecher verbreitet haben, wobei insbesondere die Süddeutsche mit ihrem Titel „Studienkredite türmen sich schnell zum Schuldenberg. Wer bei der staatlichen KfW-Förderbank den Höchstbetrag in Anspruch nimmt, startet mit 121.706 Euro Miesen ins Berufsleben“ das Thema „KfW Studienkredit“ noch vor der ersten Zeile des Artikels verteufelt, indem der Journalist der Süddeutschen kurzerhand alle Stellschrauben auf Anschlag (Höchste Auszahlung, längste Förderdauer, Rückzahlung über 25 statt der vorgesehen 10 Jahre etc…) gestellt hat, um irrwitzige Zahlen zu erreichen. Damit dürfte er sich zwar reißerischer Berichterstattung auf dem Qualitätsniveau der Bildzeitung erfreuen, hat der seriösen Aufklärung der deutschen Studentenschaft aber einen Bärendienst erwiesen, da das mit Absicht gewählte Extrembeispiel weit weg davon ist, repräsentativ zu sein. Nur ein Drittel der Studenten nutzt das KfW-Darlehen tatsächlich mit der monatlichen Höchstsumme, gehört damit aber noch längst nicht auch automatisch zu denen, die das Darlehen über die maximale Förderdauer von 14 Semestern beziehen und dann die Rückzahlung so lang wie möglich raus zögern, um auf horrende Zinszahlungen zu kommen. Dass über 25 Jahre hinweg die Inflation einen großen Teil der Darlehensschuld zerfrisst, verschweigt der Autor zudem geflissentlich. Die Beispiele, dass die Auseinandersetzung mit einem Studienkredit ein zweischneidiges Schwert ist. Die Gefahr der Verschuldung, gerade wenn man bei Studienabbruch ohne Abschluss dasitzt, existiert und sollte nicht beseite geredet werden. Auf der anderen Seite sollten sich nicht alle Schüler und Studenten wie die Hühner von Berichterstattung der Presse aufscheuchen lassen, denn den Magazinen geht es um Absatzzahlen, nicht um die unabhängige und neutrale Aufklärung von Studenten. Zu diesem Zweck taugen Horrorstories über gescheiterte Existenzen nunmal weit besser als langweilige Alltagsgeschichten über den Großteil der Studenten, die den KfW-Kredit als eine von mehreren Finanzierungskomponenten nutzt, erfolgreich studiert und später das Darlehen zurückzahlt. Entsprechend sollte daher nochmals hervorgehoben werden, dass jeder Student sich nüchtern mit den Fakten auseinandersetzen sollte und die erwartete Darlehenshöhe in Aussicht zu seinen beruflichen Chancen nach dem Studium setzen sollte. Das gilt ganz besonders für jene, die sich für eine Laufbahn im Finanzsektor interessieren, wenn man im Auge behält, dass ein frisch ausgelernter Bankkaufmann etwa mit 26.000 bis 28.000 Euro im Jahr beginnt, ein Bachelorabsolvent dagegen sehr gute Chancen hat, bereits im Bereich zwischen 36.000 und 42.000 Euro einzusteigen. Um nicht falsch verstanden zu werden – wir empfehlen den KfW-Studienkredit nicht blind, jeder Student sollte zuerst versuchen, seinen Anspruch auf BAföG sowie alle Stipendienmöglichkeiten auszuschöpfen und Bankdarlehen, auch wenn es die vom Staat subventionierte KfW ist, als allerletzten Ausweg zu nutzen. In den meisten Fällen ist aber eindeutig, dass es besser ist, diese Option als „Letzte Zuflucht“ zu nutzen anstatt auf das angestrebte Studium zu verzichten. Wir verweisen auch nochmal auf unser Schaubild oben, das gut visualisiert, dass ein Studium nicht aus „einer“ Finanzierung heraus finanziert wird, sondern eine gut strukturierte Finanzierung oft aus mehreren Bausteinen besteht, die auf die Bedürfnisse des Studenten angepasst sind und seine Risiken minimiert.

Schauen wir uns zudem im Nachgang zu diesem kleinen Plädoyer, nicht jeden Kredit zu verdammen, weil es ein Kredit ist, die Rückzahlungs- und Tilgungsoptionen der KfW an, die ebenfalls überzeugend sind und im Normalfall auch dann passend sind, wenn die Karriere nicht so steil anläuft wie anfänglich erhofft:

Der letzten Auszahlung schließt sich eine Karenzphase von 6 bis 23 Monaten an, in denen das Darlehen tilgungsfrei (jedoch nicht zinszahlungsfrei) bleibt
Die anschließende Tilgungsphase sieht Ratenzahlungen über 10 Jahre vor, kann aber notfalls auf 25 Jahre gestreckt werden, wenn das Einkommen zu niedrig ist für höhere Rückzahlungen
Die Mindestrate beträgt 20 Euro im Monat bei der Rückzahlung
Eine außerplanmäßige Tilgung ist jederzeit ohne Einschränkung möglich
Eine Stundung von Zahlungen ist in vorübergehenden finanziellen Notlagen auf Antrag bei der KfW möglich

Die Beantragung des Darlehens verläuft verhältnismäßig leicht. Der Antrag wird online bei der KfW ausgefüllt (Link: http://www.kfw.de/kfw/de/Inlandsfoerderung/Programmuebersicht/KfW-Studienkredit/Antrag_und_Dokumente.jsp#Antrag), der Antrag wird dann ausgedruckt und bei einer Kooperationsbank (z.B. allen Sparkassen) oder dem Studentenwerk eingereicht, dort geprüft und an die KfW weitergereicht. Unter normalen Umständen bewilligt die KfW den Antrag anschließend, der Darlehensnehmer erhält einen Onlinebanking-Zugang für sein Kreditkonto und die Auszahlungen beginnen. Fortlaufende Immatrikulationsbescheinigungen kann der Student dann oft bei seinem Ansprechpartner bei der Bank einfach formlos per E-Mail einreichen, der Berater gibt das Update dann online bei der KfW frei und die Zahlungen laufen für das nächste Semester weiter.

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Vergleich: Ausbildung vs. Studium
Haftungsausschluss: Die hier eingestellten Excel-Spreadsheets sind als nützliche Tools konzipiert worden, die Studenten eine erste, grobe Indikation bezüglich ihres BAföG-Anspruchs, der Rückzahlungshöhe von Studiendarlehen oder dem Mehrwert eines Studiums gegenüber eine Ausbildung bieten sollen - nicht mehr und nicht weniger. Die hinterlegten Rechner und ihre Modelle sind weder vollständig und absolut detailgetreu noch verfolgen sie einen Anspruch darauf. Die Nutzung geschieht auf eigene Verantwortung hin und ersetzt keinesfalls ein professionelles Beratungsgespräch mit Banken, Studentenwerken oder dem Amt für Ausbildungsförderung. Für die Richtigkeit der Berechnungen sowie jede Form von Schäden oder Nachteilen, die aus der Nutzung der hier hinterlegten Rechner folgt, übernimmt Financial Career daher keine Haftung.
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